Stimmen zur Initiative
Statements zum Initiativprojekt von diversen Aktiven aus der GSoA
Stichworte: Kriegsmaterial-Initiative
Schon nach der Abstimmung über die letzte
Waffenexportinitiative entpuppten sich die
Versprechungen des Bundesrates für eine
strengere Handhabung der gesetzlichen Regelungen
als heisse Luft.Warum dies heute mit
einem Bundesrat, der weiss, wie man mit Krieg
ein Geschäft macht (Ems-Chemie Tochter Patvag),
anders sein soll, muss man mir erst erklären...
Stefan Luzi, GSoA Zürich
Seit dem 11. September 2001 wird weltweit
wieder aufgerüstet - die Rüstungsbranche jubiliert.
Auch Schweizer Firmen beteiligen sich
am Geschäft mit dem Tod. Das muss ein Ende
haben! Dieses Ziel kann nur erreicht werden,
wenn Waffenexporte grundsätzlich verboten
werden.Wenn die Schweiz keine Waffen mehr
exportieren würde, hätte dies auch international
eine Signalwirkung. Deshalb: Sammeln
wir die Initiative für ein Waffenausfuhrverbot!
David Buchmann, GSoA Bern
Botswana war im Jahr 2004 der zweitgrösste
Abnehmer der Schweizer Waffenindustrie. Die
Lebenserwartung in diesem Land liegt bei
knapp über 30 Jahren. Es ist doch offensichtlich,
dass die Schweiz auf andere Art nämlich
mit medizinischer Hilfe und sinnvoller Entwicklungszusammenarbeit
Besseres bewirken
könnte. Mit der Lieferung von Waffen untergräbt
die Schweiz jegliche Bemühungen,
die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern.
Diese Exporte müssen ein für alle mal
verboten werden!
Barbara Heer, GSoA Basel
Man stelle sich sieben gescheite Köpfe vor, die
darüber sinnen, wie altes Kriegsmaterial möglichst
kostengünstig entsorgt werden kann.
Nun hatten die sieben Köpfe der Bundesrat
einen Einfall, wie das Entsorgungsproblem
gelöst werden kann. Kriegsmaterial soll dorthin
zurückgeführt werden, wo man es bezogen
hat. Mit diesem Entscheid riskiert der
Bundesrat bewusst, dass Schweizer Panzer in
Kriegsgebieten eingesetzt wird. Ein Ausfuhrverbot
muss deshalb auch für altes Kriegsmaterial
gelten.
Louise Schneider, GSoA Bern
Unsere Initiative ermöglicht eine glaubwürdige
Schweizer Friedenspolitik. Denn ein Land,
das sich seiner Neutralität rühmt, gleichzeitig
aber im Geschäft mit dem Tod mitmischelt,
handelt schizophren. Man kann doch nicht
Frieden predigen und Krieg verkaufen!
Julian Reich, GSoA Basel
Warum haben die USA und ihre Vasallen ein
Interesse, ihren so genannten «Krieg gegen den
Terror» auch mit Schweizer Waffen zu führen?
Ein Grund liegt sicher am praktischen Wert,
den Waffen in Kriegen nun mal haben. Der andere,
symbolische Grund dürfte noch wichtiger
sein: Mit einer Schweizer Beteiligung wollen
sie die Legitimitätsressource Neutralität anzapfen.
Nur ein allgemeines Waffenausfuhrverbot
hindert unsere Behörden daran, an einem
Krieg, in dem es in Wahrheit um die Sicherung
von Rohstoffquellen geht, mitzumachen.
Jo Lang, GSoA Zug
Die Schweiz will einen Sitz im neu geschaffenen
UN-Menschenrechtsrat. In ihrem anfangs
April eingereichten Bewerbungsschreiben
versprechen die Schweizer Diplomaten, sich
für ein starkes und effizientes Gremium einzusetzen.
Einen Ausbau des zivilen Engagements
der Schweiz fordert die GSoA seit langem.
Die Arbeit von NGOs und Diplomaten soll
nicht durch Waffen aus der Schweiz torpediert
werden. Um dies zu erreichen, brauchen wir
das Waffenausfuhrverbot.
Andreas Kyriacou, GSoA Zürich
Schweizer Rüstungsfirmen profitieren von gewalttätigen
Auseinandersetzungen. Saudi-Arabien,
Bahrain, Ägypten, die Vereinigten Arabischen
Emirate, Jordanien, Libanon, Oman und
Kuwait erhielten letztes Jahr Rüstungsmaterial
aus der Schweiz. Mit Israel pflegt die Rüstungsindustrie
eine enge Kooperation bei der
Entwicklung von Drohnen. Die Waffenlieferungen
in den Nahen Osten widersprechen
friedenspolitischen Bestrebungen fundamental
und heizen den Konflikt zusätzlich an. Deshalb:
Waffenausfuhren verbieten!
Reto Moosmann, GSoA Bern
Par le biais de ventes à des pays engagés dans la
«guerre contre la terreur», la Suisse participe à
une guerre que le peuple suisse refuse.
Quelle est notre responsabilité, quand on sait
que les principaux acheteurs darmes suisses
sont présents militairement en Afghanistan et
en Irak? Notre neutralité justifie-t-elle de faire
du commerce avec tout un chacun? Les intérêts
financiers sont-ils toujours les plus forts?
Camille Maulini, GSsA Genève / GSoA Zürich
Jedes Jahr werden Waffen und Rüstungslizenzen
aus der Schweiz exportiert. Damit werden
Menschenleben im Ausland gefährdet; gleichzeitig
arbeiten hier in der Schweiz immer
weniger Menschen in dieser Todesindustrie.
Wirklich grosses Geld machen nur noch die
Bosse der Rüstungskonzerne, so verdient alleine
der Chef der bundeseigenen Rüstungsfirma
RUAG über 600000 Franken pro Jahr.
Es ist wirklich Zeit, alle diese grässlichen Exporte
endgültig zu verbieten. Dafür brauchen
wir eine Volksinitiative!
Tom Cassee, GSoA Zürich
Wie viele SchweizerInnen ging ich gegen den
Krieg im Irak auf die Strasse - also setze ich
mich konsequenterweise auch dafür ein, dass
sich die Schweiz nicht mit Kriegsmaterialexporten
am «War on Terror» und all seinen tödlichen
Folgen mitschuldig macht. Um das sicherzustellen,
brauchen wir ein umfassendes
Ausfuhrverbot!
Rahel Ruch, GSoA Bern
Lexportation de matériel de guerre est incompatible
avec une politique de paix, et il est
répréhensible de tirer profit du négoce des armes.
Afin que la Suisse soit un tant soit peu
crédible dans sa politique étrangère, que lon
souhaite solidaire, respectueuse des droits humains
et favorable aux pays les plus miséreux,
il faut absolument bannir ce commerce particulièrement
odieux.
Eric Peytremann, GSsA Genève
Neue AktivistInnen haben die Verantwortung
in der GSoA übernommen das ist gut so.
Doch keine Frage: Die geplante Initiative gegen
Kriegsmaterialausfuhren finde ich wichtig
und richtig. Die Schweiz soll mehr für zivile
Lösungen und eine friedlichere Welt tun. Mit
Kriegsmaterialexporten tut sie das Gegenteil.
Deshalb sind diese grundsätzlich zu verbieten.
Und mit einer aktiven Rüstungskonversionspolitik
muss sich die Schweiz endlich stärker
für einen zivilen Ersatz der militärischen Arbeitsplätze
einsetzen.
Nico Lutz, ehemaliger Sekretär GSoA Schweiz
Aus meiner Sicht sind Kleinwaffen die wahren
Massenvernichtungswaffen. In Kriegen werden
die meisten Menschen noch immer von
Pistolen und Gewehren getötet, welche in
Konfliktgebieten viel zu leicht zu beschaffen
sind. Es ist dringend nötig, den Handel mit
diesen Waffen international zu kontrollieren.
Die RUAG als grösste Herstellerin von Kleinwaffenmunition
in Europa ist keine gute Visitenkarte
für die Schweiz. Ein Waffenexportverbot
wäre deshalb ein wichtiges Zeichen.
Luzia Jäger, GSoA Basel
